Das ursprüngliche NHR-Regime wurde zum 1. Januar 2024 aufgehoben. Bereits registrierte Berechtigte können ihre Vorteile grundsätzlich bis zum Ende der ursprünglichen Laufzeit nutzen; für bestimmte Zuzüge bis Ende 2024 besteht eine begrenzte Übergangsregelung. Wer heute neu plant, findet mit IFICI einen gezielten Anreiz für qualifizierende Tätigkeiten. Die Steuerbehörde erklärt Bestand und Übergang.
Im Oktober 2023 kündigte der portugiesische Premierminister António Costa das Ende des NHR (Non-Habitual Resident) Steuersystems an. Seit seiner Einführung hatte es Rentner, Selbstständige und Angestellte aus ganz Europa nach Portugal gezogen. Das NHR-System bot Steuererleichterungen für Auswanderer und war Teil der Bemühungen, ausländische Investitionen nach Portugal zu holen.
Doch nun, mit einer sich zuspitzenden Wohnungskrise im Land und Sozialprotesten auf den Straßen forderte die linke Partei Bloco de Esquerda nicht nur ein Ende des Systems, sondern auch weitreichendere Beschränkungen für den Immobilienkauf durch Nicht-Residenten.
Golden Visa und Steuerplanung
Portugal will für internationale Zuzügler attraktiv bleiben. In einem Bloomberg-Interview vom 6. Juni 2025 sprach Minister António Leitão Amaro über Überlegungen, das Golden Visa und steuerliche Zuzugsanreize weiterzuentwickeln, ohne konkrete Maßnahmen zu nennen. Für Ihren Standortwechsel lohnt deshalb der Blick auf die beiden Bausteine: den passenden Aufenthaltsweg und die steuerlichen Möglichkeiten, die Ihre Tätigkeit und Ihre Einkünfte eröffnen.
Das Golden Visa eröffnet berechtigten Investoren einen Aufenthaltsweg nach Portugal. Die heutige Auswahl umfasst bestimmte Fonds- und Unternehmensinvestitionen sowie Forschungs- und Kulturförderung mit jeweils eigenen Voraussetzungen und Mindestbeträgen. Immobilienkäufe qualifizieren seit der Reform 2023 nicht mehr für neue Anträge. Dazu kommt die steuerliche Gestaltung des tatsächlichen Wohnsitzes und der Einkünfte: Ein passender Aufenthaltstitel und ein erreichbarer Steuerstatus ergänzen sich als zwei Bausteine der Zuzugsplanung.
Ein Signal an vermögende Zuzügler
Die damalige Diskussion war ein Signal an vermögende Zuzügler: Portugal suchte nach Wegen, ausländische Investitionen weiterhin anzuziehen. Während das alte NHR auch Angestellte, Selbstständige und Rentner ansprach, konzentrierte sich die Golden Visa-Debatte auf investitionsbasiertes Aufenthaltsrecht. Für Unternehmer und Investoren ergibt sich daraus eine klare Reihenfolge: den passenden Investitions- und Aufenthaltsweg wählen und die steuerlichen Möglichkeiten anhand von Wohnsitz, Tätigkeit und Einkunftsarten bestimmen. IFICI setzt dabei eine qualifizierende Tätigkeit im passenden Unternehmens- oder Institutionsrahmen voraus.
Mögliche Auswirkungen und Einschätzung
Ein neues Steuermodell könnte die Standortentscheidung vermögender Zuzügler beeinflussen. Attraktiv wäre es dann, wenn die endgültigen Bedingungen zu deren Einkommen, Tätigkeit und langfristigen Plänen passen.
Gleichzeitig zeigt die Debatte, wie eng Zuzugspolitik mit Fragen der Wohnraumverknappung und sozialen Akzeptanz verbunden ist. Für Ihre persönliche Planung lassen sich geltende Vorteile konkret berechnen und mögliche Reformen als zusätzliche Szenarien betrachten. So entsteht ein Vergleich, der Aufenthaltsrecht, tatsächlichen Lebensmittelpunkt und Einkunftsarten zusammenführt.
Update von April 2024: Neue Steuerregelungen für Nicht-Ansässige in Portugal: NHR 2.0
Seit 2024 gibt es mit IFICI einen eigenständigen Anreiz für bestimmte Tätigkeiten in Forschung, Innovation und weiteren gesetzlich beschriebenen Bereichen. Häufig wird er „NHR 2.0“ genannt. Für Fachkräfte mit einer qualifizierenden Tätigkeit und dem passenden Arbeitgeber- oder Unternehmensrahmen verbindet er die Standortentscheidung mit steuerlichen Vorteilen. Die amtlichen FAQ erklären den Zugang.
Was ist das NHR-Regime in Portugal?
Die NHR-Regelung, die als eine der großzügigsten Steuerinitiativen in Europa galt, bot neuen steuerlichen Ansässigen in Portugal signifikante Steuererleichterungen für einen Zeitraum von 10 Jahren. Dies wurde als Instrument zur Anlockung ausländischer Investitionen und zur Stimulierung der nationalen Wirtschaft eingesetzt. In der politischen Debatte 2023 ging es darum, ob dieser besondere Status angesichts der veränderten sozialen und wirtschaftlichen Lage weiterhin gerechtfertigt war.
Welcher NHR-Fall trifft auf Sie zu?
- Bereits als NHR registriertVorteile grundsätzlich bis zum Ende Ihres ursprünglichen Zehnjahreszeitraums.
- Umzug bis Ende 2024Begrenzter Übergang: Steueransässigkeit und die vorgeschriebenen früheren Bindungen nachweisen.
- Umzug erst heute geplantAktuelle allgemeine Regeln; IFICI nur bei passender Tätigkeit und erfüllten Voraussetzungen.
Auswirkungen auf den Immobilienmarkt Portugals
Der Vorschlag von Bloco de Esquerda ging damals noch weiter: Mariana Mortágua, Koordinatorin der Partei, forderte nicht nur ein sofortiges Ende des NHR-Regimes, sondern auch Beschränkungen beim Verkauf von Häusern an nicht-ansässige Ausländer. Dahinter stand die Sorge vor einem Ansturm von Investoren in der Übergangsphase und einer weiteren Verschärfung der Wohnkrise.
Portugal bleibt mit seinem sonnigen Klima und seinem Lebensstil für viele Auswanderer attraktiv. Zur Standortentscheidung gehören deshalb sowohl die eigenen Wohn- und Lebensvorstellungen als auch die steuerlichen Möglichkeiten und die Wohnkosten vor Ort.
Die Änderungen werfen damit weiterhin die Frage auf: Wie beeinflussen Steuerpolitik und Wohnkosten die Attraktivität Portugals für ausländische Investoren und Expats?
Warum endet es und was folgt?
Costa hatte die Abschaffung vor dem Hintergrund steigender Wohnungspreise und Lebenshaltungskosten angekündigt. Für bestehende NHR-Berechtigte bleibt zugleich der ursprüngliche Zehnjahreszeitraum grundsätzlich erhalten. Daraus ergibt sich ein konkreter Planungshorizont für die weitere Zeit in Portugal.
Die begrenzte Übergangsregelung setzt unter anderem steuerliche Ansässigkeit bis Ende 2024 und bestimmte frühere Bindungen voraus. Für die Registrierung mit Wirkung ab 2024 galt grundsätzlich der 31. März 2025. Ein später genehmigter Antrag wirkt erst im Antragsjahr und verlängert den ursprünglichen Zeitraum nicht.
Welche Alternativen gibt es?
Für Unternehmer, die Wohnsitz und Geschäft gemeinsam neu ausrichten möchten, bietet Malta einen weiteren EU-Standort zum Vergleich. Bei einer qualifizierenden Struktur kann der maltesische Körperschaftsteuer-Refund die Belastung aktiver Unternehmensgewinne effektiv auf ca. 5 % reduzieren. Wohnsitz, tatsächliche Geschäftsführung und Ausschüttungen werden dabei in die persönliche Gesamtplanung einbezogen.
Unsere Hauptexpertise liegt in der Firmengründung in Malta und den damit verbundenen maltesischen Fragen. DW&P begleitet den Weg von der ersten Prüfung über Struktur, Gründung und Relocation bis zur laufenden Betreuung. Sie erhalten so einen Ansprechpartner für die aufeinander aufbauenden Schritte Ihres Malta-Projekts.
Fazit
Die Änderungen am NHR-Regime in Portugal spiegeln einen breiteren globalen Trend wider, in dem viele Länder ihre Steuerprogramme und -anreize überprüfen. Es zeigt sich, dass in jeder Änderung auch eine Gelegenheit steckt.
Für bestehende NHR-Berechtigte liegt diese Gelegenheit in der Planung ihrer verbleibenden Laufzeit. Für neue Zuzügler beginnt sie mit dem Vergleich der aktuellen Regeln und gegebenenfalls der IFICI-Voraussetzungen. Portugals Lebensqualität bleibt dabei ebenso Teil der Entscheidung wie die steuerliche Perspektive.
Sie möchten auch Malta als Standort für sich und Ihr Unternehmen prüfen? Buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch. Wir besprechen Ihre Ausgangslage und den passenden nächsten Schritt für Ihre Malta-Planung.
Dieses Dokument ersetzt keine individuelle Steuerberatung.
Quellen
- AT: Register as a non-habitual resident - repeal and transitional conditions
- AT: IFICI - frequently asked questions
- AT: Incentivo Fiscal à Investigação Científica e Inovação - booklet
- AIMA: Residence permit for investment activity (ARI) - FAQs
- Bloomberg – Interview mit António Leitão Amaro, 6. Juni 2025




